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GVV-Altshausen
 
Qualitätsmanagement im Kindergarten

Kindergarten Sonnenblume
Kirchstrasse 1
88361 Boms
Telefon: 07581-4864-13

Öffnungszeiten: 7:30 - 13:00 Ihr
Leiterin: Frau Iris Halder
Fast jeder von uns kennt dieses Schlagwort: Qualitätsmanagement! Nun soll es auch im Kindergarten in Boms eingeführt werden. Was versteckt sich dahinter und was dürfen wir von Qualitätsmanagementmaßnahmen im Kindergarten erwarten?
Die Gemeinde Boms unterhält einen Kindergarten mit gut 20 Kindern, Tendenz steigend. Dass dieser Kindergarten fachlich allen Anforderungen der Zeit stand hält war immer das Ziel des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung. Schließlich ist es für Kinder aus einer ländlich geprägten Gemeinde wichtig, dass sie die gleichen Bildungschancen bekommen wie die “Stadtkinder”. Keine Frage, Bildung fängt im Kindergarten an.
Das ist eine Herausforderung für die Leiterin Iris Halder genauso wie für ihre Mitarbeiterinnen Marlies Bannat und Manuela Mörle. Wie wird Qualität im Kindergarten erzeugt? Zunächst jedoch war organisatorisch einiges zu bewältigen. Der Gemeinderat hatte auf Anregung des Bürgermeisters und der Pfarrgemeinde im Sommer vergangenes Jahr beschlossen bei der Initiative “Diözesane Qualitätsoffensive im Kindergarten” teil zu nehmen. Dazu war es notwendig, dem Landesverband Katholischer Kindergärten bei zu treten. Außerdem konnten nur die Kindergärten teilnehmen, die schon eine so genannte „Konzeption“ aufweisen konnten. Diese war für den Kindergarten in Boms vorhanden.
Warum sollte wohl eine Konzeption erforderlich sein? In dreierlei Hinsicht ist sie unabdingbar: Zum einen sollen die Mitarbeiter(innen) ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag einheitlich verstehen und erfüllen können. Die Eltern, der Träger und die Öffentlichkeit sollten sich ein Bild von den Aktivitäten im Kindergarten machen können. Aber für die Kinder, die zentralen Objekte dieser Aktion bedeutet dies, dass sie in einer definierten, harmonischen Umgebung spielen und lernen können. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz regelt im § 22 Grundsätze der Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen: „In Kindergärten ... soll die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden.“ Damit ist das Grobziel definiert.
Nun geht es an die Feinzielbestimmung und natürlich um eine Methode, die Zielerreichung regelmäßig zu messen und Maßnahmen zur Zielsicherung einzuleiten.
Bei diesem Vorhaben nun wird dem örtlichen Leitungsteam ein externes Qualitätsteam zur Seite stehen. Das ist zunächst Frau Annette Pfänder, die Fachbeauftragte des Landesverbandes Katholischer Kindergärten. Die wissenschaftlichen Kontakte laufen über Frau Wiltrud Linden, die die Kontakte zur Universität Kassel hat, wo die einzelnen Ergebnisse bewertet werden. Nun sollte zunächst gemessen werden. Und es ist tatsächlich so, dass beim Kindergartenteam schon Fragebögen vorliegen, die von den Eltern, dem Kindergartenpersonal und vom Träger auszufüllen sind. Sie werden dann im verschlossenen Umschlag zur Auswertung geschickt. Der Kindergartenleiterin ist es deshalb besonders wichtig, dass möglichst viel, am besten alle Eltern bei dieser Maßnahme mitmachen. Denn nur wenn entsprechend viel Informationen gesammelt werden, können auch die Auswertungen genügend Aussagekraft haben. Die Auswertungen nimmt die Universität Kassel vor. Wenn diese Ergebnisse vorliegen, dann geht es mit einem schon festgelegten Ablaufplan, den das Leitungsteam schon erhalten, weiter. In mehreren Sitzungen werden nun die Ergebnisse aufgearbeitet und Maßnahmen entwickelt, die umgesetzt werden sollen.
Der Bomser Kindergarten nimmt nicht allein teil an dieser Maßnahme. Mit von der Partie sind die Kindergärten in Altshausen, Bad Schussenried, Ebenweiler, Ebersbach-Musbach, Ochsenhausen und Riedlingen. An der großen Zahl der teilnehmenden Kindergärten ist zu erkennen, wie wichtig diese Maßnahme eingestuft wird.
Was das wohl alles kosten wird, dieser Frage kann man nicht ausweichen. Zunächst einmal muss man sich den Haushalt des Kindergartens Boms einmal exemplarisch am Beispiel des Jahres 2003 anschauen: Den Löwenanteil der Finanzierung mit über 62% (ca. 32.000,--€) trug die Gemeinde Boms. Mit etwa 27% (14.500,--€) beteiligte sich das Land. Die Elternbeiträge beliefen sich auf 8,3% (etwa 4.500,--€) und Kostenersatz von anderen Gemeinden wurde mit 2,5% (1.500,--€) verbucht. Diese Gewichtung änderte sich im vergangenen Jahr, weil eine Arbeitsgruppe „Neukonzept Kiga Boms“ am 14.03.2003 andere Elternbeiträge vorgeschlagen hatte, die der Gemeinderat am 14.07.2003 mit Wirkung vom 1.8.2003 beschlossen hat. Fest zu stellen bleibt jedoch, dass obwohl die Elternbeiträge erhöht wurden, diese im einstelligen Prozentbereich geblieben sind. 

Wie hoch sind jedoch die Kosten für den Aufbau dieses Qualitätsmanagementsystemes? Die Gesamtkosten belaufen sich für die Gemeinde auf 1.500,--€, die über einen Zeitraum von drei Jahren verteilt werden. Es handelt sich also um einen Jahresbetrag von 500,--€, was etwa einem Prozent des Jahreshaushaltes ausmacht. So gesehen ein gut investiertes Geld, denn am Ende dieses Prozesses steht ein Qualitätsmanagementsystem mit Handbuch und umfassender fachlicher Beratung und Optimierungsarbeit für die Bildung der Kinder in Boms und den anderen teilnehmenden Kindergärten.

Sicherlich eine Menge Arbeit, die zu verrichten ist. „Wir sind offen für alle Anregungen und Verbesserungen“ sagen die drei erfahrenen Kindergartenfachkräfte. Oder wie sie es in ihrer Konzeption festgeschrieben haben: „Wir bieten Raum für ihre Wünsche, damit wir ihre (Eltern, Träger, Gemeinde) Anregungen mit einbeziehen können. Damit ist die Frage „Der Tanz um das goldenen Kalb oder Wegweiser in die Zukunft?“ eindeutig beantwortet: Qualitative Arbeit, wie sie bereits geleistet wird, kann transparent und nachvollziehbar in die Öffentlichkeit getragen werden und bietet Einrichtungen im sozialen Bereich neue Wege zur Profilierung. An den Erzieherinnen liegt es nicht, die packen diese Aufgabe.
Für Sie zum download:
PDF Kindergarten-Konzeption als PDF
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